Das eigene Fleisch und Blut?

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Endlich ist der Nachwuchs da und kaum ist er in trockenen Tüchern, wird geguckt wo denn die Familienähnlichkeiten liegen. Hat er die Nase von der Mama, die Ohren vom Papa und die Augen von der Großmutter? Jedes Familienmitglied findet meist einen Teil von sich in dem neuen kleinen Erdenbürger wieder, wobei es kein Grund zum Misstrauen sein muss, wenn es mal keine Parallelen im Aussehen zu entdecken gibt. Meist bilden sich ja später noch Charaktereigenschaften aus, anhand derer man stolz feststellen kann: "Das hat er oder sie von mir!"

Vermutungen und Tatsachen

Angeblich sehen alle Babys in den ersten Lebenstagen aus wie der leibliche Vater. Danach kann sich das nochmal ändern aber die erste große Ähnlichkeit gilt als Hilfe für den Mann, den Nachwuchs als seinen auszumachen. Eindeutige Hinweise auf die Vaterschaft liefern aber nur physiologische Faktoren. So kann der Vaterschaftstest DNA Marker abgleichen oder aber es kann über die Blutgruppe die Familienstruktur nachvollzogen werden. Manchmal kommt es ganz zufällig zu einem Test der Familienverhältnisse und das hat schon in so manchen Fällen ganz unerwartete Offenbarungen mit sich gebracht und unerwünschte Folgen gehabt. Zum Beispiel können bei einer Erkrankung des Neugeborenen medizinische Untersuchungen notwendig sein, die eine Bestimmung der Blutgruppe des Vaters und auch weiterer Familienangehöriger mit sich bringen. Da die Blutgruppe von Mutter und Kind aus dem Mutterpass meist schon bekannt sind, würde nun auffallen, wenn die Blutgruppe der Eltern Blutgruppe Null oder A ist und das Kind Blutgruppe B hat. Das ist von der Erbfolge her nämlich so gut wie unmöglich und lässt daher Rückschlüsse auf die Vaterschaft zu.

Stein des Anstoßes

Ist durch solch ein eher zufälliges Ereignis das Misstrauen erst einmal geweckt, gibt es kein Zurück mehr. Manchmal ist der Vater auch der Vater, aber die Suche nach einem Spender von Blut, Knochenmark oder Plasma kann auch die Großeltern mit einbeziehen und auf einmal den Grund ans Licht zerren, warum der Opa dem Enkel und seinem angeblichen Sohn so gar nicht ähnlich sieht. Uralte Geschichten können so ans Tageslicht kommen, die von Samenspenden über Seitensprüngen bis hin zu Adoptionen gehen können. Bevor man aber anfängt zu spekulieren, sollten alle Betroffenen lieber auf eine Vaterschaftsanalyse aus professionellen Händen setzen. Denn auch bei der Blutgruppenbestimmung können Fehler gemacht werden und es ist nicht ausgeschlossen, dass es in seltenen Fällen doch zu einem anderen Erbgang kommen kann. Für die Beteiligten ist das natürlich immer ein Schock, manchmal vielleicht sogar eine Katastrophe. Aber letztlich ist man doch immer noch besser bedient, wenn die Wahrheit bekannt ist und die Verwandtschaftsverhältnisse dadurch eindeutig geklärt sind. So kann es zumindest in Zukunft keine bösen Überraschungen mehr geben.