Wer an Waisenhäuser denkt, dem fallen sofort verkommene Baracken und sadistische Heimleiter ein, wie in den Geschichten über Oliver Twist. Waisenkinder gehören tatsächlich zu jenen Kindern, die in Deutschland besonders oft an Kinderarmut leiden. Wenn auch die Heime längst nicht mehr so verfallen sind wie früher. Die gemeinnützigen Vereine und Projekte in Deutschland leiden an chronischem Geldmangel. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch Privatleute. Dafür gibt es viele Möglichkeiten.
Spenden und Projekte
Die bekannteste Variante sind natürlich die Spenden. Dafür bieten sich unzählige Institutionen an, die solche Spenden auch dringend benötigen. Dabei lässt sich zwischen Waisen und Sozialwaisen unterscheiden. Die Eltern von Sozialwaisen sind nicht verstorben, sondern nicht in der Lage für ihre Kinder zu sorgen. Häufig leben Sozialwaisen ebenso in Kinderheimen oder Pflegefamilien. Eine Möglichkeit besteht darin, ein Waisenhaus selbst aufzusuchen und sich mit der Leitung in Verbindung zu setzen. Neben Spenden für den jeweiligen Verein, können Sie sich auch an Bauprojekten und Renovierungsarbeiten beteiligen. Wenn Sie diesen direkten Weg nicht nehmen wollen, finden Sie im Internet Dachverbände. Anhand von Pressestimmen und dem Vorhandensein eines Impressums, lässt sich feststellen, ob die Empfänger vertrauenswürdig sind. Zu empfehlen sind das Deutsche Kinderhilfswerk oder die SOS-Kinderdörfer. Diese Einrichtungen widmen sich allgemein der Bekämpfung von Kinderarmut.
Adoption und Testament
Es müssen nicht unbedingt nur Spenden sein. Waisenkinder brauchen Nähe und auch einmal Zuwendung, die sie nicht mit anderen teilen müssen. In Kinderheimen können solche Bedürfnisse auch leicht untergehen. Deshalb bietet sich die Möglichkeit einer Adoption an. Dazu können Sie nicht einfach in ein Kinderheim gehen und nach einem ersten Impuls ein Kind auswählen. Adoptionen sind nicht nur juristische, sondern sehr emotionale Vorgänge.
Sie müssen eine Beziehung zu den Kindern aufbauen, ohne sie unter Druck zu setzen. In Deutschland werden potentielle Adoptiveltern einer strengen Überprüfung ausgesetzt. Dazu werden zuerst Besuchstage bei den Waisenkindern veranstaltet. Eine Sozialpädagogin begleitet die Treffen und verfasst eine Beurteilung, die über Gelingen oder Scheitern der Adoption entscheidet.
Neben Spenden und Adoptionen kann die Zukunft eines Waisenkindes auch durch Ihre Patenschaft und die Bedacht im Testament gesichert werden. In einem normgerechten, handschriftlichen Testament, können Sie einem Kind einen Teil Ihres Vermögens zusprechen. Außer einem Pflichtteil, kann von anderen Verwandten nichts davon beansprucht werden.