Glaubt man aktuellen Studien, dann ist in Deutschland jedes fünfte bis zehnte neugeborene Kind ein sogenanntes Kuckuckskind. Dies bedeutet, dass der vermeintliche Vater gar nicht der biologische Vater ist. Das sind im Höchstfall gut 40.000 Kinder pro Jahr, die den Vätern bewußt oder unbewußt „untergeschoben“ werden.
Mütter wissen oft selbst nichts
Daran kann natürlich oftmals eine Affäre der Mutter schuld sein oder ein unglücklicher Zufall. Zum Beispiel, wenn die Mutter mit zwei Männern gleichzeitig eine lose Beziehung oder mehrere One-Night Stands hatte, sich dann aber für einen der beiden entschieden hat und unbewußt eigentlich vom anderen Mann schwanger war.
Väter oft geschockt
Für die vermeintlichen Väter ist die Nachricht, dass sie nicht der biologische Vater sind, natürlich erst einmal ein riesiger Schock. Zwar kommt es manchmal vor, dass die Väter einen gewissen Verdacht hegen, etwa wenn einem das Kind überhaupt nicht ähnlich sieht und auch überhaupt keine Charaktereigenschaften und Charakterzüge vom Vater zu haben scheint, doch hundertprozentige Gewissheit erlangt man erst durch einen Vaterschaftsnachweis von einem seriösen Labor. Jährlich gehen rund 40.000 Väter in Deutschland diesen Schritt und lassen einen Vaterschaftstest durchführen, um endlich Gewissheit zu erlangen. Gerade in ländlichen Gebieten ist es oft so, dass jeder im Ort weiß, dass der vermeintliche Vater gar nicht der biologische ist, außer der Betroffenen selbst. Ein geringer Prozentsatz der zweifelnden Väter hat eine gewisse Ahnung, ignoriert diese aber oder will sie einfach nicht wahrhaben. Doch das ist meist die Ausnahme, denn hat sich der Gedanke einmal festgesetzt, lässt er einen so schnell nicht wieder los, bis man endlich die Gewissheit erlangt. Natürlich ist es für alle Betroffenen besser, wenn möglichst bald die Wahrheit ans Licht kommt, darum sollten die Väter den Test durchführen lassen sobald erste Zweifel aufkommen. Denn sind die Kinder erst einmal aus dem Babyalter entwachsen, wird die Situation immer komplizierter. Man entwickelt schließlich auch bei gewissen Zweifeln eine Beziehung zu dem Kind und empfindet väterliche Gefühle. Daher sollte man besser gleich einen Test machen, sobald man den ersten begründeten Verdacht hat und das Ergebnis nicht lange aufschieben.
Moderne Tests liefern Gewissheit
Die heutigen Vaterschaftstests sind weit genauer als dies noch vor gar nicht so langer Zeit der Fall war. Vor wenigen Jahrzenten mussten Vater und Kind noch zu einem Spezialisten gehen, der anhand äußerer Merkmale die Vaterschaft bestätigte oder ausschloss. Zu den Merkmalen gehörten unter anderem die Fingerknochen, die Nasenform, die Farbe der Haare und die Farbe der Augen. Das sogenannte Abstammungsbegutachtung war natürlich sehr fehleranfällig und wird heute in der Form auch nicht mehr praktiziert. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Abstammung fast nur noch über Blutanalysen vorgenommen, denn diese waren sehr genau, erforderten aber das für allem für Babys und Kleinkinder schmerzhafte Blutabnehmen. In den letzten 15 Jahren wird fast nur mehr der DNA-Test angewandt. Dafür reichen schon Speichelproben, die etwa durch einen Mundschleimhautabstrich gewonnen werden und so das schmerzhafte Blutabnehmen überflüssig machen.