Vaterschaft gleich Sorgerecht?

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Mit der Geburt eines Kindes ändert sich nicht nur die Lebenssituation der Eltern, sondern gleichzeitig ihre rechtliche Lage. Für verheiratete Paare gilt ab dem Zeitpunkt der Geburt, dass sie beide das Sorgerecht besitzen und somit beide die Personensorge, die Vermögenssorge sowie das Vertretungsrecht im Sinne ihres gemeinsamen Kindes wahrnehmen.

Die damit automatisch anerkannte Vaterschaft wird jedoch auch bei verheirateten Partnern häufig angezweifelt. Daraus ergibt sich eine ungünstige Situation, da dies eine nachträgliche Anfechtung der Vaterschaft mit sich bringen kann, was nicht zuletzt für die Kinder eine hohe Belastung ist.

Sicherheit verschaffen

Ein Abstammungsgutachten kann jedoch zuverlässig Gewissheit verschaffen - Voraussetzung hierfür ist jedoch das Einverständnis der Mutter zu einem Vaterschaftstest oder Vaterschaftsgutachten. Waren diese Tests bis vor einigen Jahren noch erheblich teurer, belaufen sich die Vaterschaftstest Kosten mittlerweile auf 400 bis 1200 Euro, abhängig davon, wie aufwändig die Tests sind und wie hoch die Sicherheitsmaßnahmen sind. Das Vaterschaftsgutachten ist darüber hinaus auch gerichtlich anerkannt, wenn es tatsächlich zu einer Anfechtung kommen sollte. Vaterschaftstests können bei den Laboren direkt bestellt werden und liefern in der Regel in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen Gewissheit über eine bestehende Vaterschaft.

Ein häufiger Fall in der Frage um Vaterschaft und Sorgerecht tritt auf, wenn die Mutter verlangt, dass der Vater die Vaterschaft anerkennt. Die potentiellen Väter fordern in diesen Fällen häufig die gleichzeitige Übertragung des Sorgerechts. Zwar ist diese Forderung laut Gesetzesgrundlage unwirksam, da die Anerkennung damit an andere Bedingungen geknüpft ist. Allerdings sehen sich tatsächlich viele Väter im Nachteil, wenn es um das Recht auf die Erfüllung ihres Anteils der elterlichen Pflichten geht. Die gemeinsame elterliche Sorge muss in Härtefällen gerichtlich erkämpft werden – nicht selten resignieren Väter nach scheinbar endlosen Disputen mit den Müttern. Um dies zu verhindern, sollten bereits erste Zweifel mit einem Vaterschaftstest ausgeräumt werden.

Vaterschaftstest gibt ersten Aufschluss

Trotzdem sollten sich weder verheiratete noch unverheiratete Eltern nicht davor scheuen, im Zweifelsfall einen Vaterschaftstest anzustreben. Wer einen solchen durchführen möchte, kann sich das Material online für Vaterschaftstest bestellen oder in der Apotheke erwerben. Probestäbchen, eine Anleitung, das notwendige Versandmaterial sowie der entstandene Vertrag samt Rechnung werden direkt nach Hause geliefert und können vor Ort durchgeführt werden.

Zwar ist diese private Maßnahme gerichtlich nicht anerkannt, sie kann jedoch hilfreich sein, um sich für oder gegen ein gerichtliches Verfahren zu entscheiden. Um jedoch von seinen gesetzlichen Pflichten entbunden zu werden oder seine Rechte am eigenen Kind geltend zu machen, ist ein gerichtliches Verfahren notwendig. Im Rahmen eines solchen Verfahrens wird dann gegebenenfalls eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben, die dann für weitere gerichtliche Schritte nützlich ist.