Zweites Kind: Aber wann?

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Für viele Paare ist der wohl größte Wunsch ein eigenes Kind zu bekommen und damit zu einer richtigen Familie zu werden. Laut Umfrageergebnissen wünschen sich die meisten Menschen durchschnittlich zwei Kinder. Doch wie schnell hintereinander ist dies möglich und ratsam?

Große Anstrengung für Körper und Seele

Ohne Zweifel ist es für den Körper der Mutter und auch für ihre Seele sehr anstrengend. Wer kurz nach der ersten Schwangerschaft bereits das zweite Kind erwartet, der wird doppelt merken, dass sich der Bauch wieder rundet. Das bereits geborene Baby fordert die volle Aufmerksamkeit der Mutter und denkt nicht einmal daran der Mama zu Liebe die Nächte durch zu schlafen. Doch auch für den Körper ist die schnelle zweite Schwangerschaft sehr anstrengend, da er sich noch nicht wieder auf die Normalität eingependelt hat. Die Hormone spielen noch verrückt und auch der weibliche Zyklus hat sich noch nicht wieder normalisiert. Eine Regel der Hebammen besagt, dass mindestens ein halbes Jahr, aber besser neun Monate vergangen sein sollten bis das Projekt neues Baby angegangen wird. Denn erst nach dieser Zeit hat sich der, durch die Schwangerschaft und die Geburt, durcheinander geratene Hormonhaushalt wieder umgestellt und das Gewebe ist wieder straffer. Eine amerikanische Studie fand heraus, dass der Ideale Zeitraum sogar 18 – 23 Monate beträgt, da es nach dieser Zeit zu den wenigsten Komplikationen kommt.

Doch wenn sich kurz nach der Empfängnis bereits das zweite Kind ankündigt ist die Einhaltung der Regeln für die werdende Mutter umso wichtiger. Es muss unbedingt vernünftig gegessen, viel geschlafen und Hilfe organisiert werden. Empfehlenswert ist auch das Beenden des Stillens, da dies zusätzlich am Körper der Frau zehrt und zudem wird das Baby die Muttermilch nicht mehr mögen, da sich der Geschmack verändert.

Der Altersunterschied ist nicht unwesentlich

Außerdem sind viele Paare der Auffassung, dass es besser ist, wenn der Altersunterschied der Kinder möglichst gering ist. Professor Dr. Harmut Kasten ist Pädagoge und Psychologe am Münchener Staatsinstitut für Frühpädagogik. Zu dieser Meinung erklärt er, dass sich die Geschwister innig lieben, aber genauso auch gewaltig zoffen werden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung vieler sagt er, dass das ältere Geschwisterchen genauso eifersüchtig auf das Kleine ist wie bei einem größeren Altersunterschied.

Mit etwa drei Jahren sei ein Kind erst soweit sich von der Mutter emotional zu lösen und die ersten Schritte alleine in die Welt zu machen. Erst jetzt benötige es die Eltern immer weniger und könne nun auch besser mit einem Nebenbuhler klar kommen. Je kleiner das ältere Kind ist, desto schwerer kommt es mit der Situation klar. Selbstverständlich hat ein Kind von drei Jahren bereits ganz andere Möglichkeiten seinem Ärger über das andere Kind deutlich zu machen, als eines, welches noch nicht sprechen kann. Ganz genau sollten die Eltern dann hinsehen, wenn das Kind keine Eifersucht zeigt. Denn oftmals zeigt sich diese nur in kleinen Nuancen. Dies könne zum Beispiel auch nur eine halbe Sekunde Enttäuschung im Gesicht des Kindes sein.

Die Elternzeit sollte nicht zu lange sein

Auch Personalchefs haben so ihre ganz eigene Meinung zum Abstand zwischen den Schwangerschaften. Auch wenn es sehr viel Chaos bedeutet, ist es im Prinzip keine schlechte Idee in zwei Jahren zwei Kinder zu bekommen, da der Kopf dann schneller wieder frei für den Beruf sein könnte. Doch den Personalchefs ist es trotzdem lieber, wenn die Mütter während der Babypause nicht vollkommen abtauchen. Da Branchenwissen sehr schnell veraltet und auch die Kontakte schnell verloren gehen, ist eine Elternzeit von drei oder vier Jahren zu viel, meint Angela Fauth-Herkner, die Unternehmen begleitet, die familienfreundliche Arbeitsmodelle einführen wollen.

Sie empfiehlt, dass sich die Frauen bereits während der Schwangerschaft mit der Abteilung zusammen überlegt, welche der Aufgaben tage- oder stundenweise übernommen werden können. Zudem hält sie nichts davon, dass die werdenden Mütter erst einmal abwarten wollen, wie sich das Leben mit dem Kind entwickelt. Da der Alltag mit einem Baby natürlich anstrengend ist, liegt der Frau wohl nichts ferner als sich um eine zusätzliche Tätigkeit zu kümmern. Doch sie habe die Erfahrung gemacht, dass sich Mütter, die erst einmal wieder im Büro sind, sehr schnell entspannen und die Zeit ohne Kind genießen. Die paar Stunden können mit Erwachsenen verbracht werden und es ist niemand da, der kotzt, brüllt oder trotzt. Dies ist für die Mutter fast wie Urlaub. Sicherlich arbeitet jemand, der motiviert ist, auch doppelt so effektiv.